Montag, 19. Dezember 2016

Jugendbuch mit aktuellem Thema verknüpft mit Fantasy [Rezension] Die Kinder der Kirschblüte von Cardo Polar

Ein Mix in diversen Genre mit einem sehr aktuellen Thema.

Infos zum Buch:

Autor: Cardo Polar
Titel: Die Kinder der Kirschblüte 1 & 2
Format: Taschenbuch
Genre: Fantasy/Jugendbuch
Umfang: 376 Seiten
Verlag: Books on demand
Erscheinungstermin: 24. August 2016
Preis Buch: 10,99 €
Preis ebook: 2,49 €
ISBN-10: 3741285110
ISBN-13: 978-3741285110

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In einem Forum im Darknet trifft sich eine Gruppe von Teenagern, die es einfach nicht mehr ertragen, ständig gemobbt oder auf anderen Arten schikaniert zu werden und auch sonst ist ihnen das Leben einfach zuwider. Lediglich ihre kleine Gruppe im Forum gibt ihnen noch Halt. Sie sind die Kinder der Kirschblüte und sie wollen sich nicht mehr alles gefallen lassen. Dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen, Hanna stellt fest, dass sie über ungewöhnliche Kräft verfügt, als sie den Armreif ihrer Ururgroßmutter anlegt und diese regelrecht mit ihr verschmilzt. Sven heckt einen Plan aus und rächt sich an Mitschülern und Lehrern, doch sein Plan geht schief und plötzlich wird er von der Polizei gesucht. Doch gemeinsam mit Hanna und Nicole, ein weiteres Mädchen der Kinder der Kirschblüten, gelingt ihm letzten Endes die Flucht. Doch auch die Magie, die nun in Hanna wächst, scheint Auswirkungen zu haben und Feinde hervorzurufen, die sie noch nie gesehen hat.
 

Mir fiel es schon sehr sehr schwer, für meine kurze Zusammenfassung einen klaren Umriss zu schaffen, denn in diesem Buch jagt eine Situation die nächste und ich als Leser war irgendwann auf Grund der Vielzahl doch ein wenig überfordert, nicht den roten Faden zu verlieren. Denn in diesem Buch gibt es so viele unterschiedliche Themen, von Mobbing und Misshandlungen über Magie und verfeindete Parteien innerhalb der magischen Zirkel und auch noch einen Zeitsprung, der zunächst völlig zusammenhanglos erscheint, alles das kommt hier vor. Dabei ist der Schreibstil schon recht flüssig, die Sprache der Zeit in der das Buch spielt auch angepasst, für mich aber ein wenig zu flach, wenn die Jugendlichen miteinander reden. Alta und einige Fäkalwörter, die ständig auftauchten, waren mir ein wenig zu viel des Guten. Dafür schafft der Autor es aber sehr gut, einen Wechsel im sprachlichen Bereich zu bringen, wenn er einen Rückblick in die Vergangenheit gibt.
Der Gedanke, dem diese Geschichte zu Grunde liegt, hat mir gut gefallen, denn Mobbing ist wohl mittlerweile leider alltäglich geworden und man kann sich davor nicht verschließen. Leider fehlte mir hier einfach ein wenig der Tiefgang, denn ich hätte gerne mehr über die einzelnen Teenager erfahren, was mit ihnen passiert ist, wie sie leben und wie es in ihnen aussieht. Das ganze bleibt einfach noch ein wenig zu oberflächlich und mir fehlte da das Gefühl, dass ich mich mit den Teenagern identifizieren oder zumindest hinein versetzen konnte. 
Was mich ein wenig gestört hat, ist auch dieses Hervorbringen der Selbstjustiz, die auch nicht eine Lösung sein sollte, denn das vermittelt einfach ein falsches Bild, wie man sich zur Wehr setzen sollte beim Mobbing. Dann kommt plötzlich noch Magie ins Spiel, aber auch hier bleiben die Erklärungen und Beschreibungen noch zu sehr an der Oberfläche. Ich habe recht lange gebraucht, um herauszufinden, wer da wer ist und worum sie denn kämpfen. Dann kommt zum Schluss noch der Blick in die Vergangenheit zu Sarah, der mich gerade am Anfang völlig verwirrte, da ich keinerlei Zusammenhang erkennen konnte und mich einfach fragte, wozu das jetzt gut war. Wobei ich ihre Geschichte durchaus interessant fand und mit zu meinem Lieblingspart der gesamten Geschichte gehörte. Doch auch hier fehlte es mir schlichtweg an Informationen. Alles in allem wollte der Autor ganz viel in dieses Buch packen und blieb dadurch aber in den einzelnen Bereichen immer nur an der Oberfläche. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es wesentlich interessanter wäre, hier noch viel mehr zu erfahren über die Gedanken und Gefühle der einzelnen Personen. Auch der Genremix aus Jugendbuch mit aktuellem Thema, Fantasygeschichte und einem Roman auf zwei Zeitebenen war zwar sehr aussergewöhnlich und nicht schlecht, aber ich vermisste hier klar erkennbare Linien, die zueinander führten. Der Autor hat es schlichtweg zu gut gemeint und zu viel in zu wenigen Seiten verpackt. Ich glaube, dem Buch hätte es sehr gut getan, wenn hier etwas weniger Genremixe stattgefunden hätten. Trotzdem fand ich es nicht schlecht, es war stellenweise richtig spannend und auch der Beginn mit dem Überthema Mobbing hätte mir als alleinstehende Geschichte richtig gut gefallen. Also entweder zwei Storys oder alles etwas ausführlicher, wäre für mich die richtige Mischung gewesen.

 
Der Grundgedanke hinter der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, da es ein immer brisanteres Thema  und Mobbing einfach schon zu einer Alltäglichkeit wird. Alles in allem hätte ich mir eine klarere Linie gewünscht und in allem viel mehr Tiefgang, denn so ging es ziemlich schnell zwischen völlig verschiedenen Themen hin und her und einen richtigen Bezug zu einem davon hatte ich nicht komplett aufbauen können. Trotzdem bin ich neugierig genug darauf zu erfahren, wie es letzten Endes mit Hanna und ihren Freunden weitergeht. Ich möchte hier jedem, der Interesse an der Geschichte hat, empfehlen, sich die Leseprobe anzuschauen.



Kommentare:

  1. Huhu!

    Wie recht du hast: Mobbing gehört fast schon zum Alltag und ist beinahe schon etwas "Normales". Mich berührt dieses Thema immer sehr, weil ich es einfach nicht nachvollziehen kann, wie man andere mobben kann. Das kann so vieles zerstören in den "Opfern".
    Schade allerdings, dass das Buch dann doch nicht nur das eine Thema sondern mehrere aufgegriffen hat und dass du so immer zwischen den Themen switchen musstest :( Das hätte mir vermutlich auch nicht so zugesagt. Zu viel in einem.

    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Huhu Laura,

      mir hätte es sehr viel besser gefallen, hätte der Autor sich hier dem Problem des Mobbings gewidmet. Damit hätte das Buch ein wirklich interessantes Thema gehabt. So war es doch zu viel, zumindest für mich.

      Liebe Grüße,
      Silke

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