Freitag, 5. Mai 2017

Interview und Autorinnenvorstellung Franziska Erhard



Hallo Ihr Lieben,

ich möchte Euch heute eine sehr sympathische und liebe Autorin vorstellen, die ich dank einer Leserunde kennenlernen durfte: nämlich Franziska Erhard! Franziska schreibt humorvolle Liebesromane, die mit ihren lebendigen Charakteren begeistern und fesseln können.


Hallo Franziska: Magst Du Dich einfach mal kurz vorstellen?



Gerne. Also, ich heiße Franziska Erhard,  bin verheiratet, habe zwei Kinder, und ich schreibe seit 2015 Bücher. Ich bin spontan, lache gerne (auch über mich selbst), bin aufgeschlossen und kommunikativ, impulsiv, rede meist erst und denke dann nach,  habe eine Vorliebe für Rituale, und halte mich gerne für recht cool – zumindest bis mein Großer kommt und mir erklärt, dass ich das nicht bin ...



War es schon immer Dein Wunsch Autorin zu werden?

Ich habe schon immer gerne geschrieben. Ich liebe es, mir Geschichten auszudenken, damit habe ich schon sehr früh angefangen. Und ich spiele gerne mit Wörtern, denke mir stundenlang  passende Beschreibungen für eine bestimmte Situation aus, bin immer auf der Suche nach dem perfekten Ausdruck. Aber tatsächlich veröffentlichen, das habe ich mich lange nicht getraut. Es ist schon eine sehr persönliche Sache, ein Buch zu veröffentlichen, selbst wenn alles nur ausgedacht ist.

Wie kommst Du auf Deine Geschichten? Schwirren sie plötzlich im Kopf herum oder überlegst Du Dir vorher schon eine Storyline?

Das wird sich jetzt etwas schräg anhören, aber tatsächlich sind die Hauptprotagonisten plötzlich in meinem Kopf. Oft passiert das, wenn ich gar nicht damit rechne, zum Beispiel beim Einkaufen. Dann laufe ich ziemlich planlos durch das Geschäft und bin in einem inneren Dialog mit irgendeiner Figur, die mir genau jetzt unbedingt ihre Geschichte erzählen will. Wenn ich heimkomme, habe ich die Hälfte von dem vergessen, was ich eigentlich brauchte, aber eine neue Story im Kopf.
Wenn ich erst mal die Charaktere kenne, ihre Vorlieben, Macken und Ängste, dann kann ich auch ihre Geschichte sehen. Ich erstelle für sie Lebensläufe, um sie besser beschreiben zu können, statte sie mit Freunden aus, und überlege mir, wo ihre Reise beginnt und wo und wie sie enden wird. Der Rest ergibt sich , und meistens ändert es sich dann beim Schreiben noch einmal.  Meine Buchfiguren sind nämlich ein wenig wie kleine Kinder, die machen, was sie wollen. Und meistens haben sie Recht und entwickeln sich genau richtig.

Hast Du selber einen Lieblingsautor oder -autorin?

Kerstin Gier ist und bleibt die Großmeisterin, ich bewundere ihren Sprachwitz sehr.  Und John Irving hat eine grandiose Art, mit Worten umzugehen. Wenn ich was ganz anderes brauche, greife ich sehr gerne zu den Scheibenwelt-Romanen von Terry Pratchett. Ich liebe die Hexen, besonders Oma Wetterwachs. Die fände sogar mein Großer cool.

Welche Genre magst Du selber?

Ich bin ein bekennendes Schnulzengirl, auch wenn ich, wie gesagt, ab und an mal einen Abstecher in andere Genres mache.

Kommen wir zu Deinem neuesten Buch: 99 Tage mit Julie. Deine Protagonistin Julie konnte ich mir so gut vorstellen. Wie kamst Du auf sie? Ist sie Dir ähnlich? 

Danke. Julie war eines Morgens plötzlich da. Ich wusste sofort, dass sie tough, witzig und stark ist. Und dass sie einen ebenbürtigen Partner braucht. Ich konnte sie hören, sehen und wusste, wie sie reagieren würde.  Und wenn ich die Figur so gut kenne, kann ich sie auch so schildern, dass der Leser sie sich vorstellen kann.
Ob sie mir ähnlich ist? Hm, in manchen Bereichen sicher. Ich liebe kleine Wortgefechte, ich lasse mich nicht gerne einschüchtern, ich bin sehr zielstrebig, wenn es ums Schreiben geht, ich gebe ungern die Kontrolle ab, und ich beginne immer, immer am Anfang der Geschichte. Und es gibt nichts Schlimmeres für mich, als zuzusehen, wie jemand eines meiner Bücher liest. Dann muss ich die Person ständig anstarren, ob sie endlich lacht ...

Wie gut kannst Du Dich mit Deinen Charakteren identifizieren?

Ziemlich gut. Natürlich ist keine der Protagonisten wirklich Franziska Erhard, aber jede hat eine kleine Eigenart, die ich recht gut kenne. Wenn ich sie nicht sympathisch finden würde, wäre es schwer, über sie zu schreiben.  Und ich finde es ehrlich gesagt toll, mir vorzustellen, wie man in einer bestimmten Situation reagieren könnte. Manche sind also vielleicht ein wenig so, wie Franziska Erhard manchmal gerne wäre. In dieser Hinsicht hat mich das Schreiben im echten Leben sehr viel lockerer und mutiger gemacht :-)

Was hättest Du gemacht, wenn man Dich mit einem Dir fremden und nicht unbedingt sympathischen Mann für ein paar Wochen in die Verbannung geschickt hätte?

Ich fürchte, ich hätte nicht Julies Langmut gehabt. Die Vorstellung ist ziemlich erschreckend, und wahrscheinlich müsste die Frage eher lauten, was hätte die andere Person gemacht, wenn meine Geduld am Ende ist ... Und doch ist es eine sehr spannende und auch chancenreiche Ausgangssituation. Manchmal muss es eben eine zweite Chance sein.

Ich habe ja so ein bisschen mitbekommen, dass das Co-Autoren-Dasein für viele Autoren undenkbar wäre oder sich als schwierig gestalten würde. Was wäre für Dich dabei die größte Schwierigkeit?

Das ganz exakte Plotten. Manchmal spüre ich erst während des Buches, das eine andere Drehung notwendig ist, und das würde nicht klappen. Ich mag es, mich  beim Schreiben von der Energie der Geschichte leiten und auch mal überzeugen zu lassen.

Du hast ja mittlerweile einige Bücher veröffentlicht. Magst Du diese vorstellen?

Begonnen hat alles mit „Alles nur Ansichtssache ?!“, diesem zauberhaften Roman um Anni, die mit ihrem Freund nach London zieht, von ihm betrogen wird, sich trennt und dann in eine Geschichte gerät, die voller Liebe, Vertrauen, Selbstzweifeln und ganz viel Lachen steckt. Und toller Männer, so nebenbei bemerkt …
Inzwischen gibt es mit „Alles nur Familiensache ?!“ einen zweiten Band, der lose an den ersten anknüpft, auch wenn die ganz eigenständige Geschichte von Mia erzählt wird. Beide Bücher drehen sich irgendwie um die Freemans, eine recht eigenwillige und etwas schräge Familie voller bezaubernder Menschen, die ich sehr gerne einmal im wirklichen Leben treffen würde.

„Drei Väter sind dann doch zu viel“ ist die temporeiche, sehr witzige Geschichte um Greta, die nach zwei One-Night-Stands schwanger wird und leider nicht weiß von wem nun genau. Da sie sich von ihrem besten Freund dazu überreden ließ, ihn als Vater auszugeben, wird ihr Leben plötzlich sehr turbulent, als auch die beiden echten Vater-Kandidaten wieder auftauchen. Denn Gretas Mutter ist recht eigen und hat nur noch ein Ziel: Das Kind muss unter die Haube, ehe das Kind kommt.

„Maxi – Wer will schon einen Mann mit Porsche“ erzählt die Geschichte der Grundschullehrerin Maxi, die sich in den charismatischen und recht geheimnisvollen Vater eines Schülers verliebt und versucht, vor ihren Gefühlen davonzulaufen. Welche Rolle dabei ein Plastikrabe, die renitenten Tauben Bonnie und Clyde und der unsägliche himmelblaue Porsche spielen? Keine unerhebliche, soviel sei gesagt.

„Verwünscht – Manchmal ist das Falsche richtig“ spielt in den malerischen Cotswolds, wo die gar nicht malerische Tante Millicent lebt. Zu der  wird Charlotte geschickt, nachdem sie versehentlich mit ihrem Freund Schluss gemacht hat. Und während Charlotte darauf wartet, dass Josh sie zurückholt, lernt sie eine ganze Menge, über sich, die Menschen, echte Liebe, eigene Träume und das Leben an sich. Und darüber, wie man Drachentanten zähmt.

„99 Tage mit Julie“ erzählt die Geschichte der Autorin Julie, die sich am Ziel ihrer Wünsche sieht, nämlich einem Verlagsvertrag, als eine unvorhergesehene Schwierigkeit auftaucht: Paul. Den Vertrag gibt es nämlich nur mit ihm zusammen, als neues Autoren-Duo. Dann verfrachtet man sie auch noch auf eine einsame, luxuriöse Berghütte, um das Buch endlich vorwärts zu bringen. Julie entwickelt einen Plan B, um in der ganzen Sache nicht unterzugehen. Aber auch Paul hat die eine oder andere Idee auf Lager, um das Projekt zu kippen. Und da keiner der beiden nachgeben will, wird die Zeit im Schreibexil alles andere als ruhig ...

„Believe – Mit dir kamen die Wunder“ ist ein Sammelband, der die drei einzeln erschienenen Geschichten rund um Sophie und die „Hütte 7“ beinhaltet.
Sophie, frisch vom selbstverliebten Ehemann gegen eine jüngere ausgetauscht, nimmt notgedrungen einen Aushilfsjob auf dem Weihnachtsmarkt in Rosies legendärer Hütte 7 an. Als Christkind verkleidet soll sie Weihnachtsschmuck verkaufen. Und damit beginnt eine Geschichte, die sie so nicht erwartet hätte. Mit Will tritt die Liebe in ihr Leben, aber es gibt auch jede Menge Intrigen und Geheimnisse. Und das Größte gefährdet ihre gemeinsame Zukunft und scheint unlösbar zu sein ...

 
Könntest Du Dir auch vorstellen, in anderen Genre zu schreiben?

Im Moment bin ich sehr glücklich so, wie es ist. Aber wer weiß? Einen Krimi zu schreiben stelle ich mir sehr interessant vor, und der Gedanke, ganz legal morden zu können, hat manchmal doch einen gewissen Reiz, oder?  ;-)
Andererseits, eine ganz neue Welt erschaffen, mit Leben füllen, besondere Gaben verteilen, das ist auch so etwas, was unglaublich verlockend ist. Deshalb sage ich jetzt mal, möglich ist alles, wenn der richtige Zeitpunkt und die perfekte Idee zusammentreffen.

Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade? Wenn ja, wie bist Du dagegen angekommen?

Nein, bisher zum Glück nicht. Ich habe mal mehr Lust (meistens), mal weniger, aber das ist normal. Und wenn ich merke, dass ich in einer Geschichte festhänge, dann lege ich sie auch mal zur Seite und beginne was ganz anderes. Das hat bisher immer geholfen.

Hast Du irgendwelche "Macken" beim Schreiben? 

Ich brauche Ruhe, und zwar absolut. Keine Musik, keine Menschen um mich herum. Da ich zu Hause arbeite, habe ich mir ein Ritual geschaffen. Radio aus, Kerzen an, Wasserflasche, und dann geht es los.  Und ich „spiele“ gerne die Szenen nach, reibe mein Ohr, oder kaue auf einem Bleistift herum, wenn meine Figuren das tun. Oh, und ich steigere mich in die entsprechende Stimmung hinein, werde richtig hibbelig und kribbelig, wenn sich die beiden gleich bekommen, oder sauer, wenn sie sich streiten. Meine Kinder erkennen beim Heimkommen immer, wenn ich noch mitten in einer Szene hänge. Sie wissen dann, oha, die Mama ist auf Krawall gebürstet, weil  sie noch ein Kapitel fertig schreiben will, in dem es gerade Zoff gibt. Und sie gehen großartig damit um.

Falls Du mal ein paar freie Minuten findest, hast Du irgendwelche Hobbys?

Genau da liegt das Problem, ein paar Minuten zu finden. Als Selfpublisherin schreibe ich nicht nur, sondern kümmere mich um alles, Cover, Korrektorat, Buchsatz, Werbung … Und ich bin ja auch noch Ehefrau und Mutter. Im Moment gehört meine freie Zeit ganz der Familie. Ich versuche ja seit Monaten, mich selbst davon zu überzeugen, dass Putzen und Bügeln mein Hobby sein könnte, aber das ist bisher leider ergebnislos geblieben. Aber wenn ich Zeit hätte: nähen, reisen, öfters schwimmen gehen.  Und ab und zu einfach dasitzen und die Wand ansehen ...

Auf was dürfen wir uns denn als nächstes freuen? Hast Du schon mit einem neuen Buch angefangen?

Ja, ich habe gerade eines angefangen. Und wenn mich keine Schreibblockade erwischt, wird das nächste Buch wieder in London spielen und eine weitere Geschichte  aus der „Alles nur …?!“ Reihe sein.

Ich mag immer ganz gerne diese Entweder-oder-Fragen. :) Hast Du Lust?

Klar, immer.

Tee oder Kaffee?
Kaffee

Film oder Serie?
Film

Langschläfer oder Frühaufsteher?
Langschläfer

ebook oder Print?
Ebook, weil es superpraktisch ist.

Harry Potter oder Herr der Ringe?
Beide. Ok: als Buch Harry Potter, als Film Herr der Ringe

Sommer oder Winter?
Sommer

Vielen lieben Dank, liebe Franziska, dass Du Dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten! Ich freue mich auf Deinen nächsten Roman! :)

Danke! 

Hier könnt Ihr noch in den Klappentext von 99 Tage mit Julie schnuppern! Wenn Ihr Frauenroman mögt, dann schnappt Euch unbedingt ein Buch von Franziska! :)


Hier findet Ihr meine Rezi zu 99 Tage mit Julie, Franziskas neuerster Roman: *klick* 

Wenn Ihr in Franziskas Bücher schnuppern möchtet, dann guckt mal hier: *klick*

1 Kommentar:

  1. Danke, liebe Silke, für die tollen Fragen. Hat mir großen Spaß gemacht.

    AntwortenLöschen