Freitag, 2. Juni 2017

Absolut toll geschrieben [Rezension] Anything for love von Sarah Dessen

Ein Buch, wie aus dem Leben gegriffen, dabei mit viel Gefühl und tollem Stil erzählt.

Infos zum Buch:

AutorIn: Sarah Dessen
Titel: Anything for love
Originaltitel: Saint Anything
ÜbersetzerIn: Michaela Kolodziejcok
Format: Taschenbuch
Genre: Roman
Umfang: 464 Seiten
Verlag: dtv Verlag
Erscheinungstermin: 05. Mai 2017
Preis Buch: 10,95 €
Preis ebook: 8,99 €
ISBN-10: 342371722X
ISBN-13: 978-3423717229

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Von klein an stand Sydney immer im Schatten ihres Bruders Peyton. Egal, welche Verfehlungen er begonnen hat, immer war er die Nummer eins, vor allem bei Sydneys Mutter. Drogen, kleine Einbrüche, vor nichts machte Peyton halt, doch als er betrunken Auto fährt, passiert es: er fährt einen Fünfzehnjährigen an, der nun im Rollstuhl sitzt. Peyton muss ins Gefängnis und Sydney weiß nicht, wie sie damit umgehen soll. Als sie dann von der teuren Privatschule an die staatliche Highschool wechselt, scheint es, als wäre es genau das, was Sydney braucht, um wieder Fuss zu fassen. Sie lernt die lebenslustige Layla kennen und freundet sich mit ihr an und schon bald ist Sydney mitten in Laylas Clique integriert. Auch Mac, Laylas Bruder, ist in dieser Clique und dieser hat ein besondere Anziehungskraft auf Sydney.


Ein Buch, das mich gleich von der ersten Seite an in seinen Bann schlagen konnte. Sarah Dessen hat einen wunderschönen Schreibstil, der mit viel Emotionen daher kommt, aber dabei absolut flüssig und verständlich zu lesen ist. Dabei schreibt sie hier eher mit ganz leisen Tönen, ohne Hektik, aber mit einem guten Gefühl für ihre Charaktere, vor allem für ihre Protagonistin Sydney. Ein Buch, das zum einen perfekt für die Zielgruppe ist, da hier viele, auch aktuelle, Themen aufkommen, aber auch sehr interessant für den erwachsenen Leser ist, da es einfach auch durch seinen Stil etwas besonderes ist.
Was mir richtig gut gefallen hat, ist der gesamte Aufbau der Geschichte. Wir lernen Sydney gleich in ihrer persönlich wohl emotionalsten Phase kennen und auf dieses Gerüst baut Sarah Dessen ihre Geschichte auf. Auch wenn man hier nicht eine actionreiche Szene nach der anderen findet, wird die Geschichte in keinster Weise langweilig, stattdessen hat man hier einfach das Gefühl, sich so richtig in das ganze Geschehen einfühlen zu können. Ganz wichtig ist hier auch die Botschaft, die die Autorin mit ihrem Erzählten mitteilen will: nämlich die Wichtigkeit der Freundschaft und das man nicht allein ist, mit seinen Problemen oder Gefühlen. 
Die Protagonistin Sydney ist hier auch die Erzählerin der Geschichte. In der Ich-Form erzählt sie von ihrem Leben, ihren Gedanken und ihren Gefühlen. Mit vielen kleinen und auch größeren Details bekommt man schnell ein gutes Bild der Siebzehnjährigen.
Sydney ist eine sehr sympathische Protagonistin, die mir vom ersten Augenblick an gefallen an. Man spürt schnell, wie es für sie war, mit einem Bruder wie Peyton aufzuwachsen. Dieser Charakter ist wirklich von Anfang bis Ende gut ausgearbeitet, glaubwürdig und authentisch. Ich habe ihr jedes Wort geglaubt und fühlte mich sehr schnell mit ihr verbunden. Sie hat eine Art an sich, die in mir ein wenig den Wunsch geweckt hat, sie zu beschützen, aber auch hier und da mal wachzurütteln, denn in ihr steckt einfach so viel mehr. Dabei konnte ich aber durchaus ihre eher zurückhaltende Art nachvollziehen, denn sie stand und steht auch nach wie vor, hinter Peyton.
Doch nicht nur mit der Protagonistin kann die Autorin punkten, sondern auch mit den Nebencharakteren, die mir alle gut gefallen haben. Auch diese machen einen sehr lebendigen Eindruck und man möchte sie gerne kennenlernen, zumindest einen großen Teil von ihnen. Allen voran mochte ich Layla ganz besonders, denn sie hat eine sehr herzliche Art an sich und gibt Sydney, wahrscheinlich zum ersten Mal, das Gefühl, nicht immer allein zu sein und ebenfalls wichtig zu sein. Für Sydneys Mutter hingegen fehlte mir jegliches Verständnis, denn sie lebt immer noch in einer Welt, in der sie ihren Sohn vergöttert und selbst für den Unfall, den Peyton verursacht hat, sucht sie die Schuld bei jemand anderen. Diese Frau hätte ich mir gerne so manches Mal gespackt und kräftig gerüttelt, damit sie merkt, was für eine wundervolle Tochter sie hat. Der Vater glänzt mit Abwesenheit oder Emotionslosigkeit und auch er bietet seiner Tochter nur wenig Halt. Mac bleibt hier recht lange im Hintergrund, doch auch er hat mir, nach näherem Kennenlernen, sehr gut gefallen.
Auch sonst lebt dieses Buch von und mit seinen Charakteren, egal welche Rolle sie spielen, ich habe es mir genau so vorstellen können. Dies alles wirkt sehr realistisch und sehr gut ausgearbeitet.
Wer den Titel liest, glaubt hier im ersten Moment auch eine Liebesgeschichte in der Hand zu halten. Doch eigentlich ist es eher ein Buch über Freundschaft, auch wenn sich hier eine Liebesgeschichte entwickelt, doch diese ist eher Nebenbei. Den Originaltitel Saint Anything finde ich hier etwas zutreffender.


Ein wunderbares Buch mit genauso wundervollen Charakteren, dessen Protagonistin mir sehr ans Herz gewachsen ist. Sprachlich mit viel Gefühl und ganz viel Herz merkt man beim Lesen schnell, dass die Autorin ihre Charaktere einfach mag. Eine durchweg glaubhafte Geschichte mit ruhigen Tönen, jedoch nicht langweilig. Von mir bekommt Anything for love eine ganz klare Leseempfehlung.

Weitere Meinungen zu dem Buch findet ihr hier:

Vanny von Bookalicious

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