Freitag, 22. April 2016

Außergewöhnlich - Rezension Windjäger - Jim Butcher

Ein erstaunlich schnell zu lesendes Buch, obwohl es wirklich ein Wälzer ist, habe ich es in kurzer Zeit verschlungen.
 
Infos zum Buch:
 
Autor: Jim Butcher
Titel: Windjäger
Genre: Fantasy (Steampunk)
Format: Taschenbuch
Umfang: 768 Seiten
Verlag: Blanvalet
Erscheinungstermin: 22. März 2016
Preis Buch: 9,99 €
Preis ebook: 8,99 €
ISBN-10: 3734160006
ISBN-13: 978-3734160004

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In einer Zukunft, in der der Erdboden nicht mehr bewohnt werden kann, haben sich die Menschen in Türmen, so genannte Habbel, auf Bergspitzen zurück gezogen. Der Erdboden wird nämlich von dichtem, undurchdringlichem Nebel überdeckt und in diesem lauern gefährliche, unheimliche Kreaturen. Doch wir Menschen scheinen trotz allem nicht schlauer geworden zu sein, denn totz diesem begrenzten Lebensraum greifen sie sich gegenseitig an. Ein Heer der Auroraner hat es geschafft, in einen Habbel Albions einzudringen, doch ihr erster Angriffsversuch konnte vereitelt werden. Der albionische Fürst Archon beschließt einige seiner Verbündeten auszusenden, um heraus zu finden, was die Auroraner vorhaben und wie weit sie überhaupt schon vorgedrungen sind. Die ungewöhnlichen Gefährten brechen mit einem Luftschiff, der Raubtier, auf und es beginnt ein wirklich spannendes Abenteuer.



 
Ich muss gleich zu Anfang gestehen, dass es mir gar nicht so leicht fiel, dieses doch sehr umfangreiche Werk kurz zusammen zu fassen und auch nicht zu viel Preis zu geben, denn es geschieht hier so viel, dass man gar nicht weiß, wo man genau beginnen soll. Jim Butcher hat einen wirklich aussergewöhnlichen Schreibstil, denn er versteht es unheimlich gut, sehr viel zu erzählen und sich trotzdem nicht zu sehr in kleinste Details zu verlieren. So blieb mir sehr viel meiner eigenen Fantasie überlassen, mir Handlungsorte und Charaktere vorstellen zu können, da er mir hier relativ wenig vorgab. Gleichzeitig beschreibt er, z. B. die Kämpfe mit den Luftschiffen genau. Das war für mich persönlich der einzige Manko an diesem sonst wirklich einmaligem Buch, denn das wurde zeitweise langatmig und bei diesen Szenen musste ich mich doch etwas zusammenreißen. Nichts
desto trotz gibt es hier sehr viel Abwechslung, gut ausgearbeitete Charaktere, ungewöhnliche Settings und spannende Handlungen. Er hat eine lebendige Erzählweise und sein Schreibstil ist flüssig und mitreißend. 
Das meiste Geschehen findet in den Habbel statt, Habbel sind verschiedene Ebenen in einem Turm und auch die Bewohner der verschiedenen Habbel unterscheiden sich, bzw. bestehen aus unterschiedlichen Klassen, z. B. wird Habbel Morgen von den privilegierteren Menschen bewohnt. Hier lebt Gwen aus dem reichen Hause Lancaster, stur, arrogant und mit loser Zunge, so beschreibt sie sich selbst, kämpft sie doch für sich und die, die ihr am Herzen liegen. Ich mochte sie sehr gerne, denn sie hat ihr Herz am rechten Fleck. Gwen hat beschlossen in die Garde der Albioner einzutreten und dort trifft sie zum einen auf ihren Cousin, dem kriegerstämmigen Benedict und die junge Bridget Tagwynn, der letzte Sproß aus diesem Hause. Bridget ist nicht allein, sondern wird von Rowl begleitet, einem Kater. Die vier gehören unter anderem zu den Gefährten, die in Habbel Landen die auroranischen Krieger aufspüren sollen. Angeführt, bzw. hingeführt werden sie von Kapitän Grimm, einem unehrenhaft aus dem Dienst entlassenem Gardekapitän und seiner Mannschaft. Das Gesamtbild wird abgerundet durch den Ätheriker Ferus und seiner Auszubildenden Folly. So kunterbunt dieser Haufen Menschen klingt, so sind sie auch, jeder Charakter ist ausgefeilt und durchdacht und trotz der gewaltigen Unterschiede zwischen ihnen, bilden sie ein harmonisierendes Team, das füreinander einsteht. Ich kann gar nicht sagen, welchen Charakter ich am liebsten mochte, denn sie sind mir alle ans Herz gewachsen. Dank der unterschiedlichen Erzählperspektiven konnte man zu jeder handelnden Persönlichkeit eine Beziehung aufbauen. Mein Lieblingscharakter ist der Kater Rowl, der mich mit seinem Gehabe häufiger zum Schmunzeln brachte und der vom Verhalten her auch einfach eine ganz typische Katze, Verzeihung, ein ganz typischer Kater ist. 
Soweit ich das richtig gesehen habe, ist Windjäger der erste Band einer Reihe und ich kann mir schon so viel vorstellen, wie es weitergehen wird und Fragen habe ich natürlich auch noch eine ganze Menge. 



 
Erfrischend neu, mit vielen neuen Ideen und einer spannenden Handlung, versteht es Jim Butcher seine Geschichte zu erzählen. Trotz sehr vieler, völlig unterschiedlicher Charaktere behält man den Überblick und fiebert mit jeder einzelnen Person mit. Der Schreibstil ist mitreißend und ließ mir trotz vielen Ausschweifungen ganz viel Platz für eigene Fantasie. Lediglich die Kämpfe, ja, die kommen in solcher Art Romanen einfach vor, waren mir oft zu lang. Für Fantasyliebhaber mit Sicherheit genau das richtige Buch, um in eine ganz neue Welt zu versinken. Von mir gibt es 4,5 Sterne!




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